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Speichermarkt 2026

26.1.2026

Strategische Herausforderungen und Versorgungssicherheit


Von Marco Mezger, President von MEMPHIS Electronic


Der Memory-Superzyklus ist längst Realität: Branchenanalysen gehen alle davon aus, dass 2026 von einem strukturellen Unterangebot geprägt sein wird – vor allem bei DRAM und NAND. Was also hält das Jahr für uns bereit?


DRAMs bleiben im gesamten Jahr 2026 knapp

Besonders bei DRAMS fließt ein großer Teil der Wafer- und Verpackungskapazitäten in Premiumsegmente wie HBM (High-Bandwidth Memory). Speicherhersteller reservieren ihre Kapazitäten gezielt für margenstarke Produkte, wodurch das Angebot an Standard-DRAM knapp bleibt und die Preise stabil auf hohem Niveau verharren.


DDR4 entwickelt sich zunehmend zur Spezialkomponente. Die Produktion konzentriert sich künftig auf wenige Hersteller, und die Preisgestaltung wird maßgeblich durch Knappheit bestimmt. Unternehmen, die auch nach 2027 auf DDR4 angewiesen sind, sollten frühzeitig mehrjährige Lieferverträge abschließen, statt auf fallende Preise zu hoffen.


Bei NAND ist keine Entschärfung in Sicht

Bei NAND ist die Situation sogar noch extremer: Analysten erwarten für 2026 einen Rückgang der weltweiten MLC-NAND-Kapazität um über 40 %, da führende Hersteller wie Samsung die Produktion einstellen. Auch andere Anbieter reduzieren ihre Kapazitäten und konzentrieren sich auf neue Technologien.


Während die Nachfrage in Bereichen wie Industrie, Automotive und Medizintechnik stabil bleibt, sind die Wachstumsaussichten begrenzt. Anbieter wie Marconix und YMTC bauen zwar Kapazitäten auf, doch aufgrund geopolitischer Risiken und Exportkontrollen ist das nicht für alle Gerätehersteller eine Option.


Die Zeiten von Schnäppchenpreisen sind vorbei

EUV-Fertigung und die Produktion von 3D NAND sind sehr kostenintensiv. Hinzu kommt, dass die Skaleneffekte, die frühere Technologiefortschritte mit sich brachten immer geringer werden, je kleiner die Speicherchips werden.


Die Speicherhersteller haben in den letzten zwei Jahren extrem unter den niedrigen Preisen gelitten und sind nun vorsichtig beim Ausbau von Kapazitäten. Dadurch bleiben Speicher weiter knapp und es ist nicht absehbar, dass die Preise in nächster Zeit wieder deutlich sinken. Das bedeutet, die Zeiten von extrem günstigen Speicherpreisen sind vorbei.


Konsumelektronik ist nicht mehr der primäre Wachstumstreiber

Das Wachstum in der Konsumelektronik– etwa bei PCs und Smartphones – stagniert. Der große Bedarf kommt heute aus Rechenzentren, KI, Automotive und Industrieanwendungen. Investitionen und technologische Entwicklungen richten sich zunehmend an diesen Märkten aus.


Hersteller steuern ihre Kapazitäten sehr gezielt und wählen ihre Kunden sorgfältig aus. Der Bau neuer Fabriken ist zwar geplant, aber die Fertigstellung dauert zu lange, um die aktuelle Knappheit kurzfristig zu entschärfen. Bis mindestens 2027 bleibt der Markt unterversorgt. Für Unternehmen bedeutet das: Nicht der günstigste Preis, sondern Versorgungssicherheit wird zum entscheidenden Faktor.


Was heißt das für die heimische Wirtschaft?

Wir erleben gerade eine Zeit, in der zwei sehr gegensätzliche Kräfte aufeinandertreffen: Ein nie dagewesener Speicherhunger trifft auf eine ganz bewusste Zurückhaltung bei Investitionen. Das führt zu einer verschärften Marktlage, die nichts mehr von den üblichen Marktschwankungen hat.


Es werden zwar neue Fertigungskapazitäten geschaffen, aber diese kommen nur langsam und bringen auch nur bei einzelnen Standard-DRAM- oder NAND-Produkten eine leichte Entspannung. Bis etwa Mitte 2027 müssen wir uns auf Allokationen bei den meisten Speichertechnologien einstellen.


Zugang zu den benötigten Speicherprodukten sowie eine kontinuierliche und planbare Lieferung sind heute die entscheidenden Faktoren bei der Beschaffung. Der Preis, so hoch er auch sein mag, wird zweitrangig.


Als Kunde von MEMPHIS Electronic erhalten Sie Zugang zu Produkten und Fachwissen, die Ihnen helfen, 2026 die besten Entscheidungen zu treffen.

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